Ungesunde Sucht nach Sicherheit: wenn vermeintliche Gefahrenabwehr zur Falle wird

10.04.2018 09:00

Stellen Sie sich vor, der Eiffelturm hätte 20 Jahre nach seiner Errichtung so ausgesehen...

..Unvorstellbar, sagen Sie? - Hier sehen wir das, was von einer Treppe mit Metall-Unterbau übrig ist, 20 Jahre nach ihrer Errichtung...

   Und hier eine Fußgängerbrücke, bei der - wie bei unserer Treppe - das Traufblech durchgerostet ist...

Der Grund für diesen Zusammenbruch eines Bauwerks ist ein wahnhaftes Sicherheitsverhalten. Was das anrichten kann, sehen wir in den USA:

In den USA hat jede Familie mindestens eine Schusswaffe zu Hause - Tendenz steigend. Der Grund: ein vollkommen irrationales Sicherheitsbedürfnis. Die Folge ist, dass jährlich zigtausende Amerikaner erschossen werden, oft sogar versehentlich durch Kinder, die mit Waffen spielen.

   Bei uns ist es im Winter ein suchtartiger Gebrauch von Streusalz, mit dem sich ein ausuferndes Sicherheitsdenken Bahn bricht - nicht zuletzt aufgrund panischer Angst vor Regressforderungen im Falle von Glätteunfällen. - Wir salzen, als ginge es um unser Leben...

Straßen starren vor Salz, werden förmlich unter einer durchgehenden Salzkruste begraben...Private Anlieger werfen aus vollen Händen Salz auf Gehwege, wie unter einem Zwang...Und Berge von Tausalz gelten in den Medien immer noch als Positivmeldung - nie wird erwähnt, dass schon ein einziger Teelöffel Salz ein Totalbiozid ist, das 25 Liter Wasser vergiftet...

      Doch zwanghaftes Sicherheitsstreben kann unkalkulierbare Risiken mit sich bringen! - Hier hätte man schon seit Jahren stutzig werden müssen: der Treppenunterbau zeigte seit langem deutliche Korrosionssymptome...

   Jeden Winter wurdenTreppe und Treppenabsatz regelmäßig gesalzen...

Und plötzlich war die Katastrophe da: der Treppenabsatz ist eingebrochen - der Metall-Unterbau durch Korrosion zerfressen...

Das Ausmaß der Korrosion zeigt sich nach Entfernung der Deckplatten...

Hier geschieht im "Kleinen", was jährlich an Brücken, Straßen und Gebäuden teils lebensgefährliche Schäden in Milliardenhöhe anrichtet: Zerstörung durch das Umweltgift Natriumchlorid - das doch eigentlich unserer "Sicherheit" dienen soll!

Fangen wir an, über unser Sicherheitsverhalten nachzudenken! - Die nächsten Katastrophen-Kandidaten warten schon - wie diese Treppe, die möglicherweise als nächstes einstürzt. Die weißen Beläge künden auf jeden Fall von reichlich Streusalzgebrauch...

dabei wäre es so einfach, nachhaltigen Winterdienst zu betreiben. Dass Salz korrosionsfördernd ist, weiß vor allem die Salzindustrie - aber nicht sie, sondern die Hersteller von umweltfreundlichen Alternativen weisen darauf hin...

Die Politik muss endlich handeln! Jahr für Jahr werden sehenden Auges stillschweigend Milliardenschäden an Infrastruktur, Natur und Umwelt gebilligt, während die Verursacher unbehelligt weltweit Riesengewinne mit dem Umweltgift Tausalz machen!

  • Tausalz-Verkauf muss strikt reglementiert werden
  • Eine Umweltsteuer auf Natriumchlorid als Taumittel muss erhoben werden
  • Das Haftungsrecht muss im privaten und öffentlichen Bereich reformiert werden - mehr Eigenverantwortung für die eigene körperliche Unversehrtheit
  • Umweltfreundliche Streumittel müssen überall zu günstigen Preisen erhältlich sein
  • Die Bevölkerung muss in breit angelegten Kampagnen über Langzeit-Risiken und Schäden durch Tausalz aufgeklärt werden
  • Straßenverkehr muss im Winter von angemessener Fahrweise geprägt sein - nicht zuletzt mithilfe von Geschwindigkeitsregulierung

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